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Artikel vom 08.12.2010 © Eßlinger Zeitung
Der Jugendchor Belcanto begeisterte das Publikum beim Weihnachtskonzert von Cultur in Cannstatt im Kleinen Kursaal.
(rw) - Seit Mitte September leitet Carl Burger den Kinder- und Jugendchor Belcanto. Damit hatten Chor und Dirigent gerade mal zwei Monate Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen und ein abwechslungsreiches und gehaltvolles Adventsprogramm vorzubereiten. Beim Sonntagskonzert von „Cultur in Cannstatt“ im Kleinen Kursaal bewiesen sie dann erstmals, dass sie vorzüglich zusammenpassen.
Schwungvoll und sicher führte Burger das junge Völkchen vierstimmig durch ausgesucht schöne Weihnachtsweisen der letzten vier Jahrhunderte. Ergänzt wurde der Chorgesang einerseits durch kunstvoll vorgetragene Instrumentalstücke für Klavier (Thomas Habermaier) und Violine (Angelika Wollasch und Raffaela Strassburger) und zum anderen durch die strahlenden Soli der drei Döring-Geschwister: Christian, Claudia und Julia, die Zeugnis ablegten vom Erfolg der sorgfältigen und individuellen Betreuung der heranwachsenden Chormitglieder.
Schon mit fünf Jahren beginnt die spielerische Förderung im primo-Chor, setzt sich fort mit der stimmbildnerischen Ausbildung während der Mitgliedschaft im Aufbau- und schließlich Jugendchor, deren Glanzpunkte dann die ersten Solo-Auftritte der jungen Erwachsenen werden können. Im Kursaal standen Vertreter all dieser Altersgruppen auf der Bühne und ergänzten einander im gemeinsamen Singen, das unbeschwerte Lebensfreude und künstlerischen Ernst auf erfrischende Art vereinte.
Schwungvoll verbreiteten sie zu Beginn die „freudige Nachricht“ von der Geburt Christi, baten sanft um Stille, „weil`s Kindlein schlafen will“, um danach gemeinsam Elgars „Ave verum“ zu verkünden.
Den kunstvoll andächtigen Vortrag von Rossinis „Ave Maria“ des Chores belohnte der Dirigent erstmals mit einem strahlenden Lächeln, bevor er seine jungen Sängerinnen und Sänger mit weit ausholenden Gesten begleitete, als sie eindringlich wiederholten: „Ihr Hirten habt Vertrauen“. Die kontrastreiche Vielstimmigkeit von Bruckners „Locus iste“ beeindruckte durch zarte Abstufungen und klare Artikulation - und das durchdringende „Halleluja“ von Saint-Saens war fürwahr eine adventliche Lobpreisung. Facettenreich waren auch Christian Dörings Soli: Hugo Wolfs „Gebet“ wirkte wie trotziges Selbstmutmachen, Bachs „Du willst, dass wir uns trösten“ verlockte mit seiner strahlenden Zuversicht und das „Großer Herr und starker König“ schließlich ertönte mit Prophetenwucht. Präzise beseelt erklangen daneben die Stimmen des Duos Julia und Claudia Döring bei Rheinbergers andächtigem „Ave maris stella“ oder dem hingebungsvollen Spiritual „Heaven knows“. Das Publikum bedankte sich mit lang andauerndem Beifall für den exquisiten Abend und bewies nicht nur Sachverstand, sondern auch eigene Sangeskunst bei der gemeinsamen Zugabe „Macht hoch die Tür“

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